Meine musikalische LebensreiseVon Reinhold KeferSchon als Kind habe ich gerne gesungen, und wenn ich mich zurückerinnere, hat mir damals meine glockenreine Stimme selbst gefallen. Da mein Vater Kapellmeister und Chor-direktor war, stand es natürlich an, dass ich auch ein Instrument – in dem Falle die Trompete – erlernte. Das Spiel am Harmonium, das wir zu Hause hatten, habe ich mir selbst ein bisschen beigebracht. Es waren meist dieselben Melodien, die gespielt wurden, oder man hörte schöne Musik im Fernsehen, z. B. von Richard Claydermann oder Frank Duval, und man versuchte – die Betonung liegt auf „versuchte“ – die Melodien nach Gehör nachzuspielen.Als Trompeter trat ich mit meinen 11 Jahren in die Musikkapelle ein und mit 13 Jahren durfte ich dann schon beim Kirchenorchester mitspielen – natürlich war es da ein Vorteil, dass der Vater Chordirektor war. Ja, und indem ich recht schnell meinen Stimmbruch überstanden hatte, konnte ich knapp über meinen 15. Geburtstag beim Kirchenchor eintreten. Singen war immer meine Leidenschaft und rückblickend auf diese Zeit, hatte ich auch immer großes Glück.Erste Mentoren, prägende Vorbilder und musikalische GlücksfälleDas erste Glück war schon einmal, dass ich von den sehr erfahrenen Sängern Dir. Wilfried Moser und Anton Hönigl im „Tenorsingen“ schnell eingelernt wurde. Dir. Wilfried Moser war mein Volksschullehrer bzw. -direktor und überhaupt ein Mensch, der es verstand, mich immer wieder anzuspornen, der gewissermaßen meinen musikalischen Charakter formte und mit dem mich so viel bis zu seinem Tode verband.Als Jungspund neben diesen gestandenen Männern wie eben Dir. Wilfried Moser, Anton Hönigl, den Schnabel-Brüdern, Karl Riegler und vor allem meinem Gesangsidol der Kindheit, Leopold Auer, zu stehen, zu denen ich wegen ihrer großartigen Stimmen immer aufgeschaut hatte, war ein zutiefst prägendes Erlebnis.Ebenso schätzte ich mich glücklich, dass ich meinen Vater an meiner Seite hatte, der mich auf der Orgel bei all meinen Liedern begleitete. Recht bald waren da bei Hochzeiten Ave Marias, Largos und Ähnliches zu singen. Beim Kirchenchor durfte ich als 16-Jähriger dann auch schon die Tenor-Soli singen.Das nächste Glück, das sich einstellte, war die Tatsache, dass in unserem kleinen Ort damals viele Flüchtlinge aus Polen einquartiert waren. Unter ihnen auch eine Familie mit zwei Kindern aus Krakau, wo die Frau eine Klavierlehrerin war und der Mann ein Tenor an der Krakauer Oper. Wahnsinn, der Mann konnte singen – da dachte man, der Opponitzer Kirche fliegt das Dach weg! Das Opponitzer Gotteshaus ist wegen der ausgezeichneten Akustik (ein sehr, sehr großes Kirchenschiff ohne Säulen) sowieso eine der musikalisch am wertvollsten Kirchen in der ganzen Gegend. Dieser Roman Boydes (so hieß der Mann), lernte mit mir das in Mitteleuropa eher unbekannte Ave Mariavon Gaetano Donizetti ein. Ein Werk für Tenor und Bariton. Ich versuchte mich damals als Bariton! Wow, es war ein unglaubliches Gefühl, eigentlich ein musikalischer Meilenstein in meinem Leben. Als die Familie dann nach Amerika ausreiste, wechselte ich auf die Tenorstimme und konnte zusammen mit meinem Idol Leo Auer (die sonorste Bassstimme, die ich in meinen über 60 Jahren je gehört hatte) dieses Werk noch ein paar Mal singen.Das Opponitzer Sextett und die ersten JugendchöreMit 18 Jahren der nächste Meilenstein – mein Eintritt beim Opponitzer Sextett als Gitarrist. Eine Wahnsinnszeit! Spaß und gute Laune am laufenden Band, eine tolle Truppe sowieso, und musikalisch wieder ein Stück weiter. Überhaupt als das Sextett Zuwachs bekam und wir zu siebend auftraten, ich zeitweise das Baritonspiel ergänzte und wir damals den phantastischen Sound der Tiroler- und Viller Spatzen spielen konnten.Zur gleichen Zeit hatte ich meinen ersten Jugendchor zusammengestellt. Damals noch mit lauter jugendlichen Sängerinnen und Sängern aus unserem kleinen Dorf. Ich bin heute noch sehr stolz darauf, dass wir da in der Basilika am Sonntagberg bei einer Wallfahrt der katholischen Soldaten aus der TherMilAk – wo ich meinen Grundwehrdienst verrichtet hatte – singen durften. Der Zelebrant damals war Militärbischof Mag. Christian Werner.Weiterbildung, Chorengagements und besondere BegegnungenInzwischen besuchte ich Chorleiterseminare und Familiensingwochen. Bei den Fußballern würde man sagen: der Aufenthalt in einem Trainingslager. Gesang, Gesang und nochmals Gesang! Also da wurde die Stimme wirklich trainiert und man merkte den Fortschritt bei den Auftritten vom Sextett und Kirchenchor sofort. Auftritte im Wiener Musikverein (Händels Messias) und im Austria Center (Carl Orffs Carmina Burana) waren besondere Erlebnisse.Bei den Seminaren lernte ich mit Dir. Peter Steger einen besonderen Freund kennen, der sehr erfolgreich den Ybbsitzer Gesangsverein leitete und mich einlud, bei seinem Chor mitzusingen. Ich durfte ihn später sogar für rund ein Jahr als Chorleiter vertreten. Wenig später gründete ich dann auch einen Bezirksjugendchor und da waren wir auch ziemlich erfolgreich unterwegs. Bei einer Hochzeit in der Buckligen Welt – wo wir die Messe gestalten durften – war dann die nächste Begegnung mit einem Bischof: damals zwar noch nicht Bischof, aber es war der heutige St. Pöltner Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz als Zelebrant. Chorauftritte im Landhaus (damals noch in Wien) und bei den Weinbauern in der Wachau, die uns damals extra mit dem Bus abholen ließen, waren besondere Highlights aus dieser Zeit.Zu Hause in Opponitz übernahm ich von meinem Vater die Leitung des Kirchenchores. Damals wurden noch die schönen lateinischen „Land“-Messen aufgeführt – da läuft es einem heute noch kalt über den Rücken. Eine wunderschöne Zeit.Zu den Chorleiterseminaren nahm ich damals mein Hollensteiner Pendant – einen begnadeten Sänger mit Kärntner Wurzeln – Michael Spitzer mit. Ja, und wie es dann so kommen musste: Da wir in dem Gasthaus, wo wir genächtigt hatten, fest aufgesungen hatten, stellte uns die Wirtstochter die Frage, ob wir nicht bei ihrer Hochzeit in Mariazell singen könnten. Neinsagen war ja nie unsere Stärke, und so suchten wir zwei noch zwei weitere Sänger, damit wir wenigstens als Quartett auftreten konnten. Michael war ja der ganzen Kärntnerlied-Literatur mächtig, wir leider weniger, aber bis zur Hochzeit konnten wir dann schon vier, fünf Lieder. Die hatten wir am Abend zwar immer wieder wiederholt, aber offenbar wurde daran Gefallen gefunden: Schon bei der sehr leisen Probe - bzw. war es ein Einsingen - in einem Extrazimmer in einem Mariazeller Gasthaus bescherten uns die Gastzimmer-Besucher gleich Getränke. Bei der anschließenden Hochzeitsfeier brachten wir es fertig, dass wir den Speise-Saal leergesungen haben, es folgten uns nämlich die Hochzeitsgäste in die Gaststube, wo wir wieder einmal unsere 4,5 Kärntner-Lieder zum Besten gaben!Inzwischen war der wöchentliche Proben- und Aufführungsplan auch ziemlich voll , aber ja, wenn man jung ist und es Spaß macht – why not!Big Band, Kirchenkonzerte und unvergessliche AugenblickeNun, als sich das Opponitzer Sextett aufgelöst hatte, bekam ich von Hermann Käferböck (wieder ein Idol – der ehemalige Evergreens-Chef) die Anfrage, ob ich bei der Böhler-Big-Band nicht als Sänger aushelfen könnte. Nun ja, das „Aushelfen“ zog sich dann doch über einige Jahre. Inzwischen hatte mein großer Bruder August – der schon einige Jahre das Kapellmeisteramt meines Vaters übernommen hatte – mit der Musikkapelle das „Opponitzer Kirchenkonzert – Blasmusik einmal anders“ins Leben gerufen. Wie schon erwähnt: Das Opponitzer Gotteshaus ist zum Musizieren einfach traumhaft. Es kristallisierte sich bei den ersten Konzerten schnell heraus, dass die Stückauswahl mit modernen Arrangements aus Pop und Musical sowohl uns Musikerinnen und Musikern als auch dem Publikum riesige Freude bereitete. Die Besucherinnen und Besucher waren begeistert (sie kamen teilweise aus einem Umkreis von über 100 km), was diese Konzerte zu etwas ganz Besonderem machte. Auch da waren einige Nummern dabei, bei denen ich nicht nur als Trompeter, sondern auch als Sänger mitwirken durfte: „Any Dream Will Do“ oder „Time to Say Goodbye“ und „Amigos para siempre“, die letzten beiden im Duett mit Sonja Kloimwieder (siehe bzw. höre auch unter Alpenland-Media einen Mitschnitt auf YouTube vom Kirchenkonzert).Dann führte mein gesanglicher Weg noch nach Aschbach/Markt zu den Chören von Anton Steingruber („Musica Aspacensis“ und dem Kammerchor „Cantus Hilaris“). Auch im Stadtpfarrkirchenchor Waidhofen an der Ybbs durfte ich mehrmals „aushelfen“. Immer wieder entdeckte ich, dass eigentlich die lateinische Kirchenmusik mein Herzblut ist.Im Advent 2000 organisierten wir vom Kirchenchor in Opponitz erstmals ein Adventsingen. Wieder ein „Wow“ – rund 500 Besucherinnen und Besucher wohnten der Veranstaltung bei, alles klappte perfekt und zum Glück hatten wir damals einen Mann, der von diesem Konzert eine professionelle Aufnahme machte. Nach den Jahren weiß man erst, was für ein Glücksfall diese Aufnahme war.Mein musikalisches Talent war gar nicht so außergewöhnlich ausgeprägt – da waren mir meine Freunde und allen voran mein großer Bruder meilenweit voraus. Auch meine Stimme war keine geschulte Wunderstimme. Die Emotionen, die ich in meine Musik einfließen lassen konnte, gepaart mit einer klaren, deutlichen Artikulation – das mag am Ende den Ausschlag gegeben haben, der mich beim Singen, Musizieren und Dirigieren ein wenig von den anderen abhob.“Gesundheitliche Einschnitte, Revival und neue digitale WegeLeider kam dann eine chronische Stimmbandschwäche auf mich zu. Der Besuch von Logopäden fruchtete nicht so bzw. waren das vielleicht schon die ersten Anzeichen meiner Autoimmunerkrankung. Dann wurde es mit der Musik immer leiser in meinem Leben. Beruflich hatte ich viel mit der Organisation von Veranstaltungen zu tun, wo mir sozusagen mein „Background“ sehr behilflich war. Schnell wurden wunderbare Netzwerke aufgebaut – und „Musiker“ finden sich anscheinend leichter zusammen. Im Jahre 2017 konnten wir vom Opponitzer Sextett beim Feuerwehrfest nach fast 20-jähriger Bühnenabstinenz noch einmal einen super erfolgreichen Revival-Abend gestalten. Ein wirklich erbauendes Gefühl – wie damals unsere „Fans“ zum Fest strömten und mit uns feierten.Zwei bzw. drei Jahre darauf mussten wir dann schon das Requiem von drei unserer Musikkameraden mitgestalten. Eine Andachtsmesse für unsere verstorbenen Kameraden war dann endgültig der letzte Auftritt der Restbesetzung vom Sextett.Zehn Jahre später – leider gesundheitlich schon relativ angeschlagen – habe ich Gefallen am Musikmachen mit der KI gefunden. Da kann ich mich austoben – vor allem auch im Geiste meine musikalische Vergangenheit wiederbeleben: Einerseits die Kirchenmusik, andererseits auch die Musikrichtung, die wir mit dem Sextett und mit der Big-Band gespielt hatten.Unter www.soundcloud.com/reinhold-kefer finden Sie meine Musik, wie erwähnt von lateinischen Messen bis zu Nummern, die ganz stark an das Opponitzer Sextett erinnern. Von ein paar Alben darf ich auch Hörbeispiele auf meiner Webseite einbinden!Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Reinhören! Genießen Sie die Musik, träumen Sie von den Kirchenbesuchen mit den Choraufführungen oder von einem unterhaltsamen Tanzabend mit dem Opponitzer Sextett.In diesem Sinne – alles Gute und danke für Ihr Interesse!Ihr Reinhold Kefer
Meine musikalische LebensreiseVon Reinhold KeferSchon als Kind habe ich gerne gesungen, und wenn ich mich zurückerinnere, hat mir damals meine glockenreine Stimme selbst gefallen. Da mein Vater Kapellmeister und Chor-direktor war, stand es natürlich an, dass ich auch ein Instrument – in dem Falle die Trompete – erlernte. Das Spiel am Harmonium, das wir zu Hause hatten, habe ich mir selbst ein bisschen beigebracht. Es waren meist dieselben Melodien, die gespielt wurden, oder man hörte schöne Musik im Fernsehen, z. B. von Richard Claydermann oder Frank Duval, und man versuchte – die Betonung liegt auf „versuchte“ – die Melodien nach Gehör nachzuspielen.Als Trompeter trat ich mit meinen 11 Jahren in die Musikkapelle ein und mit 13 Jahren durfte ich dann schon beim Kirchenorchester mitspielen – natürlich war es da ein Vorteil, dass der Vater Chordirektor war. Ja, und indem ich recht schnell meinen Stimmbruch überstanden hatte, konnte ich knapp über meinen 15. Geburtstag beim Kirchenchor eintreten. Singen war immer meine Leidenschaft und rückblickend auf diese Zeit, hatte ich auch immer großes Glück.Erste Mentoren, prägende Vorbilder und musikalische GlücksfälleDas erste Glück war schon einmal, dass ich von den sehr erfahrenen Sängern Dir. Wilfried Moser und Anton Hönigl im „Tenorsingen“ schnell eingelernt wurde. Dir. Wilfried Moser war mein Volksschullehrer bzw. -direktor und überhaupt ein Mensch, der es verstand, mich immer wieder anzuspornen, der gewissermaßen meinen musikalischen Charakter formte und mit dem mich so viel bis zu seinem Tode verband.Als Jungspund neben diesen gestandenen Männern wie eben Dir. Wilfried Moser, Anton Hönigl, den Schnabel-Brüdern, Karl Riegler und vor allem meinem Gesangsidol der Kindheit, Leopold Auer, zu stehen, zu denen ich wegen ihrer großartigen Stimmen immer aufgeschaut hatte, war ein zutiefst prägendes Erlebnis.Ebenso schätzte ich mich glücklich, dass ich meinen Vater an meiner Seite hatte, der mich auf der Orgel bei all meinen Liedern begleitete. Recht bald waren da bei Hochzeiten Ave Marias, Largos und Ähnliches zu singen. Beim Kirchenchor durfte ich als 16-Jähriger dann auch schon die Tenor-Soli singen.Das nächste Glück, das sich einstellte, war die Tatsache, dass in unserem kleinen Ort damals viele Flüchtlinge aus Polen einquartiert waren. Unter ihnen auch eine Familie mit zwei Kindern aus Krakau, wo die Frau eine Klavierlehrerin war und der Mann ein Tenor an der Krakauer Oper. Wahnsinn, der Mann konnte singen – da dachte man, der Opponitzer Kirche fliegt das Dach weg! Das Opponitzer Gotteshaus ist wegen der ausgezeichneten Akustik (ein sehr, sehr großes Kirchenschiff ohne Säulen) sowieso eine der musikalisch am wertvollsten Kirchen in der ganzen Gegend. Dieser Roman Boydes (so hieß der Mann), lernte mit mir das in Mitteleuropa eher unbekannte Ave Mariavon Gaetano Donizetti ein. Ein Werk für Tenor und Bariton. Ich versuchte mich damals als Bariton! Wow, es war ein unglaubliches Gefühl, eigentlich ein musikalischer Meilenstein in meinem Leben. Als die Familie dann nach Amerika ausreiste, wechselte ich auf die Tenorstimme und konnte zusammen mit meinem Idol Leo Auer (die sonorste Bassstimme, die ich in meinen über 60 Jahren je gehört hatte) dieses Werk noch ein paar Mal singen.Das Opponitzer Sextett und die ersten JugendchöreMit 18 Jahren der nächste Meilenstein – mein Eintritt beim Opponitzer Sextett als Gitarrist. Eine Wahnsinnszeit! Spaß und gute Laune am laufenden Band, eine tolle Truppe sowieso, und musikalisch wieder ein Stück weiter. Überhaupt als das Sextett Zuwachs bekam und wir zu siebend auftraten, ich zeitweise das Baritonspiel ergänzte und wir damals den phantastischen Sound der Tiroler- und Viller Spatzen spielen konnten.Zur gleichen Zeit hatte ich meinen ersten Jugendchor zusammengestellt. Damals noch mit lauter jugendlichen Sängerinnen und Sängern aus unserem kleinen Dorf. Ich bin heute noch sehr stolz darauf, dass wir da in der Basilika am Sonntagberg bei einer Wallfahrt der katholischen Soldaten aus der TherMilAk – wo ich meinen Grundwehrdienst verrichtet hatte – singen durften. Der Zelebrant damals war Militärbischof Mag. Christian Werner.Weiterbildung, Chorengagements und besondere BegegnungenInzwischen besuchte ich Chorleiterseminare und Familiensingwochen. Bei den Fußballern würde man sagen: der Aufenthalt in einem Trainingslager. Gesang, Gesang und nochmals Gesang! Also da wurde die Stimme wirklich trainiert und man merkte den Fortschritt bei den Auftritten vom Sextett und Kirchenchor sofort. Auftritte im Wiener Musikverein (Händels Messias) und im Austria Center (Carl Orffs Carmina Burana) waren besondere Erlebnisse.Bei den Seminaren lernte ich mit Dir. Peter Steger einen besonderen Freund kennen, der sehr erfolgreich den Ybbsitzer Gesangsverein leitete und mich einlud, bei seinem Chor mitzusingen. Ich durfte ihn später sogar für rund ein Jahr als Chorleiter vertreten. Wenig später gründete ich dann auch einen Bezirksjugendchor und da waren wir auch ziemlich erfolgreich unterwegs. Bei einer Hochzeit in der Buckligen Welt – wo wir die Messe gestalten durften – war dann die nächste Begegnung mit einem Bischof: damals zwar noch nicht Bischof, aber es war der heutige St. Pöltner Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz als Zelebrant. Chorauftritte im Landhaus (damals noch in Wien) und bei den Weinbauern in der Wachau, die uns damals extra mit dem Bus abholen ließen, waren besondere Highlights aus dieser Zeit.Zu Hause in Opponitz übernahm ich von meinem Vater die Leitung des Kirchenchores. Damals wurden noch die schönen lateinischen „Land“-Messen aufgeführt – da läuft es einem heute noch kalt über den Rücken. Eine wunderschöne Zeit.Zu den Chorleiterseminaren nahm ich damals mein Hollensteiner Pendant – einen begnadeten Sänger mit Kärntner Wurzeln – Michael Spitzer mit. Ja, und wie es dann so kommen musste: Da wir in dem Gasthaus, wo wir genächtigt hatten, fest aufgesungen hatten, stellte uns die Wirtstochter die Frage, ob wir nicht bei ihrer Hochzeit in Mariazell singen könnten. Neinsagen war ja nie unsere Stärke, und so suchten wir zwei noch zwei weitere Sänger, damit wir wenigstens als Quartett auftreten konnten. Michael war ja der ganzen Kärntnerlied-Literatur mächtig, wir leider weniger, aber bis zur Hochzeit konnten wir dann schon vier, fünf Lieder. Die hatten wir am Abend zwar immer wieder wiederholt, aber offenbar wurde daran Gefallen gefunden: Schon bei der sehr leisen Probe - bzw. war es ein Einsingen - in einem Extrazimmer in einem Mariazeller Gasthaus bescherten uns die Gastzimmer-Besucher gleich Getränke. Bei der anschließenden Hochzeitsfeier brachten wir es fertig, dass wir den Speise-Saal leergesungen haben, es folgten uns nämlich die Hochzeitsgäste in die Gaststube, wo wir wieder einmal unsere 4,5 Kärntner-Lieder zum Besten gaben!Inzwischen war der wöchentliche Proben- und Aufführungsplan auch ziemlich voll , aber ja, wenn man jung ist und es Spaß macht – why not!Big Band, Kirchenkonzerte und unvergessliche AugenblickeNun, als sich das Opponitzer Sextett aufgelöst hatte, bekam ich von Hermann Käferböck(wieder ein Idol – der ehemalige Evergreens-Chef) die Anfrage, ob ich bei der Böhler-Big-Band nicht als Sänger aushelfen könnte. Nun ja, das „Aushelfen“ zog sich dann doch über einige Jahre. Inzwischen hatte mein großer Bruder August – der schon einige Jahre das Kapellmeisteramt meines Vaters übernommen hatte – mit der Musikkapelle das „Opponitzer Kirchenkonzert – Blasmusik einmal anders“ins Leben gerufen. Wie schon erwähnt: Das Opponitzer Gotteshaus ist zum Musizieren einfach traumhaft. Es kristallisierte sich bei den ersten Konzerten schnell heraus, dass die Stückauswahl mit modernen Arrangements aus Pop und Musical sowohl uns Musikerinnen und Musikern als auch dem Publikum riesige Freude bereitete. Die Besucherinnen und Besucher waren begeistert (sie kamen teilweise aus einem Umkreis von über 100 km), was diese Konzerte zu etwas ganz Besonderem machte. Auch da waren einige Nummern dabei, bei denen ich nicht nur als Trompeter, sondern auch als Sänger mitwirken durfte: „Any Dream Will Do“ oder „Time to Say Goodbye“ und „Amigos para siempre“, die letzten beiden im Duett mit Sonja Kloimwieder (siehe bzw. höre auch unter Alpenland-Media einen Mitschnitt auf YouTube vom Kirchenkonzert).Dann führte mein gesanglicher Weg noch nach Aschbach/Markt zu den Chören von Anton Steingruber („Musica Aspacensis“ und dem Kammerchor „Cantus Hilaris“). Auch im Stadtpfarrkirchenchor Waidhofen an der Ybbs durfte ich mehrmals „aushelfen“. Immer wieder entdeckte ich, dass eigentlich die lateinische Kirchenmusik mein Herzblut ist.Im Advent 2000 organisierten wir vom Kirchenchor in Opponitz erstmals ein Adventsingen. Wieder ein „Wow“ – rund 500 Besucherinnen und Besucher wohnten der Veranstaltung bei, alles klappte perfekt und zum Glück hatten wir damals einen Mann, der von diesem Konzert eine professionelle Aufnahme machte. Nach den Jahren weiß man erst, was für ein Glücksfall diese Aufnahme war.Mein musikalisches Talent war gar nicht so außergewöhnlich ausgeprägt – da waren mir meine Freunde und allen voran mein großer Bruder meilenweit voraus. Auch meine Stimme war keine geschulte Wunderstimme. Die Emotionen, die ich in meine Musik einfließen lassen konnte, gepaart mit einer klaren, deutlichen Artikulation – das mag am Ende den Ausschlag gegeben haben, der mich beim Singen, Musizieren und Dirigieren ein wenig von den anderen abhob.“Gesundheitliche Einschnitte, Revival und neue digitale WegeLeider kam dann eine chronische Stimmbandschwäche auf mich zu. Der Besuch von Logopäden fruchtete nicht so bzw. waren das vielleicht schon die ersten Anzeichen meiner Autoimmunerkrankung. Dann wurde es mit der Musik immer leiser in meinem Leben. Beruflich hatte ich viel mit der Organisation von Veranstaltungen zu tun, wo mir sozusagen mein „Background“ sehr behilflich war. Schnell wurden wunderbare Netzwerke aufgebaut – und „Musiker“ finden sich anscheinend leichter zusammen. Im Jahre 2017 konnten wir vom Opponitzer Sextett beim Feuerwehrfest nach fast 20-jähriger Bühnenabstinenz noch einmal einen super erfolgreichen Revival-Abend gestalten. Ein wirklich erbauendes Gefühl – wie damals unsere „Fans“ zum Fest strömten und mit uns feierten.Zwei bzw. drei Jahre darauf mussten wir dann schon das Requiem von drei unserer Musikkameraden mitgestalten. Eine Andachtsmesse für unsere verstorbenen Kameraden war dann endgültig der letzte Auftritt der Restbesetzung vom Sextett.Zehn Jahre später – leider gesundheitlich schon relativ angeschlagen – habe ich Gefallen am Musikmachen mit der KI gefunden. Da kann ich mich austoben – vor allem auch im Geiste meine musikalische Vergangenheit wiederbeleben: Einerseits die Kirchenmusik, andererseits auch die Musikrichtung, die wir mit dem Sextett und mit der Big-Band gespielt hatten.Unter www.soundcloud.com/reinhold-kefer finden Sie meine Musik, wie erwähnt von lateinischen Messen bis zu Nummern, die ganz stark an das Opponitzer Sextett erinnern. Von ein paar Alben darf ich auch Hörbeispiele auf meiner Webseite einbinden!Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Reinhören! Genießen Sie die Musik, träumen Sie von den Kirchenbesuchen mit den Choraufführungen oder von einem unterhaltsamen Tanzabend mit dem Opponitzer Sextett.In diesem Sinne – alles Gute und danke für Ihr Interesse!Ihr Reinhold Kefer